JanKossen Contemporary : Nizakat Ali Depar

Nizakat Ali Depar Serenity 2013 Gouache on Wasli,Hand made paper 12 x 6.5 in

Nizakat Ali Depar
Serenity 2013
Gouache on Wasli,Hand made paper
12 x 6.5 in

Nizakat Ali Depar Dreaming on Keekor tree 2013 Gouache on Wasli,Hand made paper 9.5 x 11.5 in

Nizakat Ali Depar
Dreaming on Keekor tree 2013
Gouache on Wasli,Hand made paper
9.5 x 11.5 in

 

Cultural Roots
24. Oktober – 17 November 2013

 

Der in Larkana geborene und aufgewachsene Nizakat Ali Depar verbindet die traditionelle pakistanische Miniaturmalerei mit den Thematiken der heutigen Gesellschaft. Seine neue Werkreihe fusst auf dem «Sukasaptati», ein altindisches Märchenbuch über einen Papageien, der seiner Herrin mehrere Nächte lang Märchen erzählt, um sie vom Ehebruch abzuhalten, während ihr Mann auf Geschäftsreise ist. Die Märchen handeln zumeist von listigen Frauen.
Der persische Schriftsteller und Sufi Nachschabi kürzte um 1330 die Geschichte auf 52 Nächte und reicherte es teilweise mit persischem Kolorit an. Nachschabis Papageienbuch «Tutinama» wurde im 16. Jahrhundert auf Veranlassung des Mogulen Akbar mit Miniaturmalereien illustriert.

Die Geschichte der Kunst ist seit jeher geprägt vom weiblichen Körper, Geist und Mythos. Depar will nun den Blick des Betrachters auf die männliche Welt lenken. Allen voran auf die Welt eines normal sterblichen Mannes, der weder ein «Adonis» noch ein «David» ist. Einer, der sich mit seinem Innenleben – der Papagei fungiert hier als ein Spiegel – auseinandersetzt; damit was es bedeutet in der heutigen Zeit ein Mann zu sein. Dazu bedient er sich einem historischen Repertoire an Symbolen sowie Erfahrungen. Er spielt mit unterschiedlichen ikonographischen Stilelementen, wie etwa dem Tondo, das wohl eher in die Antike und dem Frühchristentum als zum Orient passt. Genauso wie mit den Putti: Sie spannen einen Baldachin über das Haupt des Mannes, um auf seine Suche nach Erleuchtung und Weisheit hin zu deuten. Girlanden, Ketten und Bäume sowie Sträucher werden als Verbindungselemente zwischen den einzelnen formalen sowie inhaltlichen Bildebenen verwendet.

Seine Wurzeln – die in einigen der Werke prägnant hervorstechen – sind gespickt mit Dornen, die auf die schwierige Vergangenheit seines kulturellen Erbes und das Leiden, das dadurch in der Bevölkerung ausgelöst wurde, hindeuten.

Um all diese Inhalte in die Neuzeit zu transportieren, erschuf er fünf Werke mit dem Abbild eines männlichen Torsos. So filigran und detailreich, dass die Haptik enorm ist. Er reflektiert – in Anlehnung an die Marmorstatuen der Antike – den zeitgenössischen Prozess um das Schönheitsideal. Nicht nur die Frauen leiden sehr unter dem Druck immer schön und schlank sein zu müssen, mittlerweile rückt dieser Wahn immer mehr in die Männerwelt vor. Behaarung ist heute ein Tabu und ein Waschbrettbauch, wie die Halbgötter von früher, muss mindestens sein. Doch wie immer sieht auch hier die Realität anders aus: Aber ist sie deswegen schlechter?

Aus diesem Grund malt er den Mann auf der Suche nach sich Selbst. Manchmal im Zwiegespräch mit dem Papagei, manchmal ganz versunken in Gedanken oder bereits eine Stufe höher – verstärkt durch die kleinen Podeste – in seiner Wahrheitsfindung. Zum Schluss erreicht er, völlig eins mit sich und im Baum liegend, die benötigte Ruhe und Gelassenheit: Einem schlafenden Buddha gleich.

 

JanKossen Contemporary
Haltingerstrasse 101, CH-4057 Basel (Tram 14, Haltestelle Riehenring. Eingang bei Mövenpick Weinkeller)
info@jankossen.comhttp://www.jankossen.com
Öffnungszeiten:
Mi 16:00 – 19:30 Uhr, Do & Fr 14:30 – 18:30 Uhr, Sa 14:30 – 16:00 Uhr

 

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