Jedlitschka Gallery:HYPERRAUM Line-up # 2

Rik Beemsterboer Vespa Piaggio 2012 Öl auf Holz, 162 x 110 cm

Rik Beemsterboer
Vespa Piaggio 2012
Öl auf Holz, 162 x 110 cm

HYPERRAUM
Line-up # 2
13. Sept. – 27. Okt. 2013

Simeun Moravac, Holz ist der Stoff, den er zur Zeit gebraucht, Birnbaum, Kirsche, bearbeitet mit Kettensäge und Schweissgerät. Er teilt, quadriert, reisst auf, höhlt, er schleift und schürft, fräst mit den Kettenzähnen, sägt architektonische Gebilde aus Stämmen der Gegend über dem Bodensee, wo er sein Atelier und sein Lager von Obstbaumstämmen hat. Gerne arbeitet er mit seinen Händen, spürt das Material, denkt sich hinein, wird selbst fast zum Material. Immer entstehen seine «Traumhäuser»z aus einem einzigen Stück Holz, wie komplex und verwinkelt die Räume, die der Künstler entwickelt, auch seien. Auf mehreren Ebenen verschachtelt er elementare Formen: Quader, Kuben, Zylinder. Sie durchdringen einander, sodass sich in einem Raum bereits ein zweiter und ein dritter öffnet. Moravac steht vor einem Werk und versucht all die vorhandenen Passagen zu durchgehen. Die Arbeiten haben alle ein verbindliches Mass, eine in sich ruhende Schönheit, die dem Wesen des Künstlers entspricht. Elementar bleibt Simeun Moravac auch in der Wahl der Farben: rot, schwarz, weiss.
Piero Lagonigros Wanderjahre haben in seinen Werken markante Spuren hinterlassen. Bevor der Exil-Zürcher zum Pinsel greift, geht er den Dingen auf den Grund. Das Ergebnis seiner Studien erstrahlt später in allen Farben und auf höchstem Niveau. Lagonigro gelingt es dabei, mit hintergründigen Impressionen dem Betrachter neue Sichtweisen zu eröffnen. Das Wesentliche an Piero Lagonigros Arbeiten ist denn auch für den Künstler selbst die konstante Entwicklung in seiner Thematik und Technik sowie die Kommunikation mit dem Betrachter: «Ich bin bestrebt, in jedem Werk meine thematischen Perspektiven auszureizen, um den Geist der Situation und Dynamik einzufangen. » Lagonigros in expressionistischem Stil gehaltene Arbeiten bilden eine Kombination aus futuristischem Kubismus und Surrealismus. Die Fülle und Intensität seiner Farbenwelten widerspiegeln die unbändige Lust und Lebensfreude des internationalen Künstlers.
Rik Beemsterboer, der unerbittliche Tiefseelenforscher. Eine mit Diamanten und Rubinen besetzte Rolex, ein Schweizer Sackmesser mit allen ausfahrbaren Teilen, eine Vespa, den Deckel einer Heineken-Bierflasche, einen alten «Döschwo», einen Porsche 356 SC Outlaw, hat Rik Beemsterboer aus mehreren Zentimeter dicken Holzplatten den Konturen entlang ausgeschnitten. Das Besondere an diesen flachen Objekten ist ihre Plastizität aufgrund des präzisen Farbauftrags, welcher jedes noch so kleine Detail, jede Wölbung, Vertiefung und Spiegelung herausarbeitet. So makellos, so überhöht, so angebetet, wie es nur eine diamantenbesetzte Rolex und vielleicht noch Kim Jong Un sein kann – oder sein möchte. So lässt sich das Doppel-bödige ablesen, die dünne Schicht zwischen Gut und Böse, zwischen Aggression und Schutzlosigkeit. Es sei denn, wir nehmen die Bilder einfach als gut gemachte Kunst, ergo als den Versuch des Künstlers, Ikonen, Statussymbole des Alltags, als Fetische malerisch zu zelebrieren und ihre Bedeutung ad absurdum zu führen.

 

Jedlitschka Gallery
Seefeldstrasse 52, CH-8008 Zürich
info@jedlitschka-gallery.chhttp://www.jedlitschka-gallery.ch
Öffnungszeiten: Di – Fr 11:00 – 18:00 Uhr, Sa 11:00 – 14:00 Uhr

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