Hauser & Wirth:David Zink Yi Why am I here and not somewhere else – Independencia II, Martin Eder The Collective Unconscious

Martin Eder Transition, 2013 Watercolour, UV resistant ink, salt, oil and epoxy resin on canvas on aluminium 200 x 150 cm

Martin Eder
Transition, 2013
Watercolour, UV resistant ink, salt,
oil and epoxy resin on canvas on aluminium
200 x 150 cm

David Zink Yi
Why am I here and not somewhere else– Independencia II
31.August – 19.Oktober 2013

Martin Eder
The Collective Unconscious
31.Aug. – 19.Okt. 2013

Hauser & Wirth präsentiert nach der Sommerpause eine neue klanggewaltige Video-Installation des in Berlin lebenden Künstlers David Zink Yi, die den Besucher zum Wandern durch den Ausstellungsraum einlädt. Der Titel der 11-teiligen Video-Arbeit Why am I here and not somewhere else – Independencia II lässt sich sowohl auf das Werk als auch auf die Besucher der Ausstellung beziehen.
Im Mai 2013 lud David Zink Yi, der sich seit vielen Jahren intensiv mit kubanischer Musik auseinandersetzt, elf kubanische Musiker zu Proben in die historischen Räume des Kunstvereins Braunschweig ein. Der Künstler platzierte die Musiker über die gesamten Räume der Villa Salve Hospes, so dass jeder Raum eine andere Funktion respektive Stimme im Rahmen der Inszenierung übernahm. Er liess sie seine eigenen Stücke, arrangiert von Michel Alonso Castro und Yuliesky Gonzalez Guerra, sowie Kompositionen von Alain Pérez proben. Die Aufnahmen dieser Proben bildeten das filmische Ausgangsmaterial für die Video- Installation, die bis zum 18. August im Kunstverein Braunschweig zu sehen war und nun auf völlig neue Weise in den Räumlichkeiten von Hauser & Wirth in Zürich inszeniert wurde.
Die Musiker, die zum Grossteil aus dem Kreis der von David Zink Yi in Kuba gegründeten Band «De adentro y afuera» stammen, wurden jeweils einzeln gefilmt. Die Projektionen der Videos, die durch Nahaufnahmen bestimmt sind, fallen in unterschiedlichen Grössen auf den Boden der Galerie. Der Ausstellungsraum entwickelt sich dadurch zu einer Art Klangteppich, der den Besucher zum Wandern und Verweilen einlädt. Abhängig von der Position des Besuchers im Raum verändert sich das von ihm wahrgenommene Klangbild, das sich nur in seinem Kopf zu einem ganzen Puzzle zusammenfügen lässt.
Zur Eröffnung der Ausstellung findet am 30. August in den Galerieräumen im Erdgeschoss sowie im Untergeschoss eine musikalische Live-Performance der elf kubanischen Musiker statt. Im Anschluss daran wird die Video-Installation gezeigt.Hauser & Wirth freut sich, die erste Ausstellung des deutschen Künstlers Martin Eder in Zürich zu präsentieren. Bekannt wurde Eder vor allem durch Gemälde und Aquarelle, die neben anrührenden
Tierbildern leicht bekleidete junge Frauen in beiläufigen, soft-pornografischen Posen zeigen. Neben diesem malerischen OEuvre und seinen fotografischen Arbeiten hat sich der Künstler kontinuierlich bislang wenig bekannten skulpturalen Werken gewidmet. Eines dieser Objekte beherrscht mit seiner Massivität den oberen Raum, in dem auch ein Tableau aus Eders aktueller malerischer Serie zu sehen sein wird. In den in rotes Licht getauchten Ausstellungsraum schiebt sich ein schwebender massiver Brocken, der von einem kleineren Trabanten begleitet wird. Bedrohlich, sich viral in der Architektur ausbreitend geht von diesem mächtigen Gebilde zugleich etwas Beruhigendes, Schützendes aus. Aus der Ferne betrachtet, scheinen sich das kleinere und das größere Objekt zu einer gigantischen, liegenden Figur mit Kopf und Rumpf zu formieren. Der Titel der Installation, Portrait of My Imaginary Mother / Come Crashing, weckt Assoziationen zu frühkindlichen Erinnerungen und der von Freud sogenannten Urphantasie oder Urszene. Flankiert wird die Installation vom Bild einer jungen nackten Frau, die in sich gekehrt und vollkommen mit sich beschäftigt zwischen tobenden Farbwolken zu erkennen ist. Sie wirkt nah und fern zugleich. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine partiell das Bild versiegelnde Epoxidharzschicht. Eine Oberfläche, die wie eine abschirmende Glasschicht scheint, aber auch einen Assoziationsraum eröffnet, der von den Covern der Hochglanzmagazine über Skateboards und Extremsportarten aktueller Jugendkulturen bis zu Plastikdildos reicht. Eine (Ur-)Phantasie, bei der nicht mehr ganz klar ist, ob sie aus dem eigenen Unbewussten stammt oder aus einem von Bildern der kommerziellen Warenkultur unterwanderten kollektiven Unbewussten ist.
Während die massige Installation durch ihre kantige Binnenstruktur wie auskristallisiert und erstarrt wirkt, sind die Fließbewegungen der dem Tableau zugrunde liegenden Aquarellaquarellfarbe ebenso wie des darüber gegossenen Epoxids zum Erliegen gekommen und eingefroren. Der Prozess der Ausdehnung, des Lebens, des Unkontrollierbaren wird schlagartig durch einen Zustand der Erstarrung und des Todes beendet. In allen Arbeiten von Martin Eder stehen sich auf diese Weise Tempo und ein abruptes Ende gegenüber: Die wilde, in ihrer Unkontrollierbarkeit zugleich reizvolle wie bedrohliche Bewegung wird eingefroren, alles Lebendige kommt zu erliegen. In dieser Stilllegung der Zeit ist aber nicht nur die Vergänglichkeit mit eingeschrieben, sondern auch ein Anhalten der Bild- und Informationsgewitter der uns beherrschenden Kommunikations- und Werbemedien.

Anna-Catharina Gebbers

 

Eröffnung: Freitag, 30. August, 18.00 – 20.00 Uhr

 

Hauser & Wirth
Limmatstrasse 270, CH-8005 Zürich
T +41 (0)44 446 80 50 • F +41 (0)44 446 80 55
zurich@hauserwirth.comhttp://www.hauserwirth.com
Öffnungszeiten : Di – Fr 12:00 – 18:00 Uhr, Sa 11:00 – 17:00 Uhr

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