Stephan Witschi:JUNGJIN LEE ANDREA ROBBI MUSEUM – SILS MARIA

Jungjin Lee Wind 07-106, 2007 printed on handmade paper hand-coated on rice paper

Jungjin Lee
Wind 07-106, 2007
printed on handmade paper
hand-coated on rice paper

JUNGJIN LEE
ANDREA ROBBI MUSEUM
– SILS MARIA
18. Juni – 19. Oktober 2013

Andrea Robbi Museum
Chesa Fonio, 7514 CH-Sils Maria
18. Juni – 19. Oktober, Dienstag bis Sonntag 14:00 – 18:00 Uhr
http://www.stephanwitschi.ch

Es war die Landschaft, die die Fotografin auf der Suche nach dem Motiv, das ihr entspricht, zu sich selbst finden liess. Während ihres Studiums der Fotografie in New York City stellte sie fest, dass die Studierenden immerzu von Ideen sprachen, während man in Asien grösseres Gewicht auf den Ausdruck von Gefühlen legte. In ihrem zweiten Studienjahr reiste Lee in den Südwesten der USA, wo sie in der Wüste das fand, wonach sie suchte: die Landschaft und die Kräfte, die in ihr wirken.
Bilder berühren uns zuerst emotional, bevor wir in Sprache übersetzen, was wir wahrnehmen. Auf diesem Grundsatz basiert Lee’s Arbeit. Zwischen 1990 und 1994 entstand die Serie Desert. Zu dieser Zeit assistierte Lee Robert Frank, der den Einführungtext zur gleichnamigen Publikation beisteuerte. Jungjin Lee’s Bilder wirken meist schemenhaft, wehmütig. Land, Himmel, Wolken und Meer fliessen ineinander und verwandeln sich vor Lee’s Linse in abstrakte Strukturen. Es ist eine merkwürdige und einsame Schönheit, trostlos und leidenschaftlich zugleich, die Lee’s Fotografien durchdringt. In jeder Fotografie steckt immer etwas von ihrem Fotografen: Intellekt, Philosophie, Wut, Ehrgeiz etc.
Grosse Fotografen wie Stieglitz oder Minor White haben ausdrücklich versucht, ihre Gefühle auf Papier zu bringen – insbesondere durch das Motiv der Landschaft. Jungjin Lee’s Arbeit setzt an einem anderen Punkt an. Das Subjekt hat sich dem Inhalt unterzuordnen. Zentral ist, was sie in dem Moment «sah», als das Motiv entstand. Die Idee der Landschaft als Spiegel des inneren Selbst hat ihren Ursprung in China und geht zurück in die Yuan Dynastie. Auf dieser Grundlage basiert auch die Serie WIND, die in der Zürcher Ausstellung zu sehen ist. Der Wind wird in den Fotografien nicht als Naturkraft sichtbar, sondern als eine aus der asiatischen Philosophie hergeleitete Energie.

Jungjin Lee (*1961) lebt und arbeitet in New York. In Korea geboren, hat sie an der Hong Ik University in Seoul (Major in Ceramics) studiert bevor Sie 1988 nach Amerika zog und an der New York University ihren Master of Photography) machte.

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