Jedlitschka Gallery: »Entwicklungsgeschichte eines Bildes» Ursula Knobel

Vernissage: Do. 25. April 2013, 17:00 – 21:00 Uhr
»Entwicklungsgeschichte eines Bildes»
23.Mai – 6. Juni 2013
Ausstellung: Kabinett visarte zürich, Schoffelgasse 10, 8001 Zürich
http://www.visarte-zuerich.ch
Künstlergespräch in der Galerie:
24.Mai 2013, 18:00 Uhr. Mit Peter Zeindler, Schriftsteller.
Finissage:
Freitag 7.Juni 2013, 17:00 – 21:00 Uhr

Die Figuren und Gegenstände die die Bilder einer neuen Schaffensperiode der Malerin und Fotografin Ursula Knobel strukturieren, sind flüchtige, zerbrechliche Erscheinungen, wirken wie Gedankenblitze aus einer fernen Welt. Wir entdecken menschliche Wesen, die dem Gesetz der Schwerkraft scheinbar nicht  unterworfen sind, Häuschen ohne Fundament, Tiere, die aus einer Märchenwelt entsprungen zu sein scheinen, Zahlen, Buchstaben, die sich vielleicht aus ihrem  ursprünglichen Raster befreit haben, geflüchtet sind aus mathematischen Formeln, aus komplexen Texten. Sie erinnern uns an Situationen aus dem eigenen Leben, an Traumfragmente, an Gewesenes, das sich aus  dem ursprünglichen Zusammenhang gelöst hat und in einer neuen Dimension Bild wird. Der Blick des Betrachters, der anfangs auf der Suche nach einem zentralen Motiv ist, verhakt sich plötzlich in einer einzelnen Figur, einem Gegenstand: Eine Assoziationsreihe von Bildern wird in ihm ausgelöst, Bilder aus dem eigenen Fundus an Erinnerungen werden lebendig. Und taucht der Betrachter dann nach diesem Ausflug in seine  Innenwelt wieder in der Realität auf, hat sich sein Bewusstseinzustand verändert. Jetzt beginnt er durch das Angebot auf den Bildern von Ursula Knobel zu surfen, gleitet von Motiv zu Motiv – es gibt kein Ankommen, kein Halten. Die Erkundungsfahrt geht über den Bildrand hinaus oder taucht ein in den beinahe konturlosen Hintergrund, der in Ursula Knobels vorletzten Schaffensperiode Vorder- und Hintergrund gleichzeitig war: Farbschleier, flüchtige Schatten, sich auflösende Wolkenformationen in einer immateriellen Welt.
Vor sechs Jahren hat Ursula Knobel eine Auszeit genommen, hat Abstand gesucht zu  jenen Bildern, in denen die weissen Flächen, die scheinbare Leere ihr Motiv gewesen ist, hat in Skizzenbüchern neue malerische Dimensionen aufgespürt und hat sich vorübergehend wieder vermehrt der Fotografie gewidmet, die jetzt in dieser neuen Schaffensperiode ebenfalls Eingang in ihr künstlerisches Werk gefunden hat: Indem sie die gewachsene Kunstform Malerei mit fotografischen Elementen kombiniert, wird in ihrem künstlerischen Konzept eine zusätzliche Dimension sichtbar. Durch die Konfrontation dieser beiden in ihrer Dynamik unterschiedlichen Ausdrucksformen wird ein Moment der Spannung erzeugt: Geschichte und Gegenwart treffen aufeinander und eröffnen neue Einblicke, zeigen das Heute im Gestern und umgekehrt.

Peter Zeindler

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: