Haas AG

Pia Stadtbäumer und Félix Vallotton
All eyes on you
18. Oktober – 16. November. 2012

Pia Stadtbäumer

Pia Stadtbäumers Skulpturen aus
dem Jahr 2012, die unter dem Titel
All Eyes On You zusammengefasst
sind, beschreiben beides: den
Blick, der auf uns gerichtet ist
durch vier realistisch formulierte Frauengestalten, und das Voyeurhafte unseres Blickes auf diese Figuren, denn die vier Frauen sind nackt. Wir sehen viermal die gleiche, sich in gleicher Pose, aber verschiedenen Settings unserem Blick offerierende nackte Figur: Miriam mit Hand, Miriam mit Katze, Miriam mit Maske, Miriam mit Katze und Masken. Die Figur ist in traditioneller plastischer Manier aufgebaut, unterlebensgross und, wie wir erfahren, nach Fotografien ausgeführt, die vom in Szene gesetzten Modell im Atelier gemacht wurden. Danach folgen der Abguss der Tonfigur in Polymergips, darauf die Feinbearbeitung des Gusses und seine Bemalung in Acryl.

Diesen Tableaux vivants werden zwei Gemälde von Félix Vallotton (1865 –1925) gegenübergestellt, dem Schweizer Künstler, der sich dem Thema Akt in hunderten von Versionen nähert. Angesichts von Vallottons Darstellungen schwankt das Urteil des Publikums auch heute noch zwischen Frauenhasser und Frauenverehrer, konservativ-traditionell und provokativ-modern zugleich.

Stadtbäumers Werkgruppe gründet auf der Beschäftigung mit den visuellen Codes gegenwärtiger Mode- und Lifestyle-Fotografie. Vallottons Bilder, die etwa 100 Jahre vor Stadtbäumers Skulpturen entstanden sind, setzen sich mit dem Bild der Frau um die Wende zum 20. Jahrhundert auseinander, Frauen aus allen Schichten und in allen physischen Erscheinungen. Beiden gemeinsam ist der Blick vom Modell auf den Betrachter und vom Betrachter auf das Modell. All Eyes On You.

René Wirths
Analog
22. November – 21. Dezember 2012

Um den Blick und den Gegenstand geht es auch in der
Ausstellung Analog von René
Wirths. Sechs alltägliche Dinge –
Musikkassette, Kamera, Schallplatte, Pinsel, Brille, Tacker (alle analog) – wer den bis ins letzte Detail und in akribischer Malweise auf die weiss grundierte Leinwand gebannt. Das Format der Leinwand richtet sich nach der Dimension des Gegenstandes, übersteigt diese aber immer um ein Vielfaches, sodass das Bild Metapher des realen Gegenstandes wird. In jedem Bild wird auch – mal mehr, mal weniger versteckt – ein Selbstportrait des Künstlers sichtbar, das meist als Reflexion auf der Oberfläche erscheint. Denn der Künstler geht nie von einem Foto, sondern immer vom Originalgegenstand als Modell aus. Das Faszinosum der Kunst von René Wirths liegt in der Diskrepanz zwischen nüchterner Annäherung und Feststellung des vertraut Gesehenen auf der einen Seite und der peniblen und doch überlebensgrossen Ausführung der Darstellung auf der anderen Seite, die einer neuen Sicht auf die Welt gleichkommt. Nicht verfälscht und digital, sondern analog.

René Wirths Single

Galerie Haas AG,
Talstrasse 62a, CH-8001 Zürich
T +41(0)43 497 20 26, F +41 (0)43 497 20 27
contact@galeriehaasag.ch
http://www.galeriehaasag.ch
Öffnungszeiten: Mo – Fr 10:00 – 12:30 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr sowie nach Vereinbarung

 

 

 

 

 

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